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SPI-Protokoll 3Wire Vs 4Wire für LCDOLED-Displays

SPI-Protokoll 3Wire Vs 4Wire für LCDOLED-Displays

2025-12-14
In der Welt der eingebetteten Systeme und Elektronik-Enthusiasten spielt das Serial Peripheral Interface (SPI)-Protokoll eine zentrale Rolle, insbesondere bei der Steuerung von LCD- und OLED-Displays. Aber wie gut verstehen Sie wirklich die Feinheiten von SPI oder die praktischen Unterschiede zwischen 3-Draht- und 4-Draht-SPI-Implementierungen? Dieser Artikel befasst sich mit den Kernprinzipien von SPI und seinen spezialisierten Anwendungen in Display-Controllern.
SPI: Das Schweizer Taschenmesser der seriellen Kommunikation

SPI, ein synchrones serielles Kommunikationsprotokoll, das ursprünglich von Motorola (jetzt Freescale) entwickelt wurde, ist in eingebetteten Systemen allgegenwärtig geworden, um Mikrocontroller mit Peripheriegeräten wie Sensoren, Speichermodulen und Displays zu verbinden. Seine Popularität beruht auf seiner Flexibilität, Hochgeschwindigkeitsfähigkeit und unkomplizierten Hardware-Implementierung.

Kern-SPI-Signalleitungen

Das Standard-SPI-Protokoll verwendet vier primäre Signalleitungen:

  • SCK (Serial Clock): Das Taktsignal, das vom Master-Gerät (typischerweise einem Mikrocontroller) erzeugt wird, um die Datenübertragung zu synchronisieren.
  • MOSI (Master Out Slave In): Die Datenleitung für die Kommunikation vom Master zum Slave.
  • MISO (Master In Slave Out): Die Datenleitung für die Kommunikation vom Slave zum Master.
  • SS (Slave Select): Auch bekannt als CS (Chip Select), aktiviert diese Leitung ein bestimmtes Slave-Gerät für die Kommunikation.
SPI-Datenübertragung und Master-Slave-Architektur

SPI arbeitet in einer Master-Slave-Konfiguration, bei der der Master alle Kommunikationen initiiert. Obwohl es theoretisch Vollduplex-Kommunikation unterstützt, verwenden die meisten LCD/OLED-Anwendungen den Halbduplex-Modus. Der Shift-Register-ähnliche Betrieb des Protokolls ermöglicht eine gleichzeitige bidirektionale Datenübertragung, obwohl praktische Implementierungen oft sequenzielle Befehls- und Datenphasen erfordern.

SPI in LCD/OLED-Controllern: Das 3-Draht- vs. 4-Draht-Dilemma

Display-Controller implementieren üblicherweise zwei SPI-Varianten: "3-Draht-SPI" und "4-Draht-SPI", die sich hauptsächlich durch ihren Ansatz zur Unterscheidung von Befehlen von Daten unterscheiden.

4-Draht-SPI: Dedizierte Befehls-/Datentrennung

Die traditionelle 4-Draht-Konfiguration umfasst:

  • SCK (Takt)
  • SS/CS (Chip Select)
  • MOSI/SDA (Daten)
  • C/D (Befehl/Datenauswahl)

Diese Architektur spiegelt parallele Interface-Controller wider, die separate Befehls- und Datenregister beibehielten und die C/D-Leitung (manchmal mit A0 bezeichnet) verwendeten, um zwischen ihnen umzuschalten.

3-Draht-SPI: Kompakte Befehls-/Datenkodierung

Die optimierte 3-Draht-Version eliminiert die dedizierte C/D-Leitung und kodiert stattdessen diese Informationen innerhalb des Datenstroms:

  • SCK (Takt)
  • SS/CS (Chip Select)
  • MOSI/SDA (Daten)

Hier gibt ein zusätzliches Bit (typischerweise das MSB) an, ob die Übertragung Befehle (1) oder Daten (0) enthält, wodurch effektiv 9-Bit-Übertragungen anstelle von Standard-8-Bit-Übertragungen erstellt werden.

Hybride Implementierungen

Einige Controller verwenden eine 3-Draht-Datenkodierung, während sie physisch vier Drähte verwenden (Hinzufügen von MISO für Leseoperationen). Komplexere Varianten können ein zehntes Bit zur Kodierung der Lese-/Schreibfunktionalität integrieren, wodurch eine bidirektionale Kommunikation über eine einzelne Datenleitung entsteht.

Auswahl zwischen 3-Draht- und 4-Draht-SPI

Während 3-Draht-SPI die physischen Verbindungen reduziert, kann seine nicht standardmäßige Übertragungslänge die Hardware-SPI-Implementierungen erschweren. Moderne Prozessoren mit flexiblen SPI-Controllern können 9-Bit-Übertragungen unterstützen, aber viele traditionelle Systeme finden 4-Draht-SPI einfacher zu implementieren.

SPI-Daisy-Chaining: Erweiterung der Konnektivität

Die Shift-Register-ähnliche Architektur von SPI macht es besonders geeignet für Daisy-Chain-Geräte:

  • Kaskadierte Geräte verhalten sich wie miteinander verbundene Schieberegister
  • Daten werden über die Kette über MISO→MOSI-Verbindungen weitergeleitet
  • Der Master taktet genügend Bits (Geräte-Bitbreite × Geräteanzahl), bevor er Daten speichert

Dieser Ansatz vereinfacht Multi-Device-Systeme, führt aber eine Latenz ein, die proportional zur Kettenlänge ist, und erfordert, dass alle Geräte Daisy-Chaining unterstützen.

Fazit

Die Beherrschung von SPI-Implementierungen ist für eingebettete Entwickler, die mit Display-Technologien arbeiten, unerlässlich. Die Wahl zwischen 3-Draht- und 4-Draht-SPI hängt von den spezifischen Hardware-Fähigkeiten und Controller-Anforderungen ab. Während 3-Draht eine Verbindungswirtschaftlichkeit bietet, behält 4-Draht die Kompatibilität mit Standard-SPI-Hardware bei. Das Verständnis dieser Nuancen gewährleistet eine optimale Display-Integration in eingebetteten Projekten.